Der Förder­preis der Stiftung Lauen­stein

Aus Anlass ihres 20–jährigen Jubiläums wurde 2013 der „Stiftung Lauenstein-Preis“ ins Leben gerufen. Mit dem Preisgeld werden beispielgebende Projekte und Initiativen für Menschen mit Assistenzbedarf mit wechselnden Schwerpunktthemen ausgezeichnet.

Nach den Themen Sport und Bewegung wurden Inklusive Kunst- und Kulturprojekte für Menschen mit Assistenzbedarf und Gelungene Kommunikation im Miteinander für die Preisvergabe ausgewählt. 

Das Thema 2018: Gelungene Kommunikation

Die diesjährige Preisverleihung zum Thema Gelungene Kommunikation findet am 15. Juni 2018 im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung von Anthropoi Bundesverband und Selbsthilfe im Tennental, Deckenpfronn, statt. Der Einsendschluss war der 28.02.2018. Vielen Dank für die interessanten Bewerbungen!

In Kürze finden Sie hier die Ausschreibung für 2020!

Für 2018 haben wir all diejenigen aufgerufen, die im alltäglichen Miteinander mit Menschen mit Assistenzbedarf zu tun haben: Sie sollten uns über Ihre guten Beispiele und Projekte gelungener Kommunikation für Menschen ohne oder nur mit ungenügende Lautsprache berichten, die den Zeitgeist erfassen und visionär in die Zukunft weisen. Hier kann die ganze Vielfalt zum Tragen kommen von unterstützter Kommunikation über Tagebücher, Ich-Bücher, Kommunikationstafeln bis hin zu elektronischer Kommunikation. Besonders gelungen wäre es, wenn Menschen mit Assistenzbedarf sich selbst darstellen würden. Dann könnten wir staunen, was diese Menschen zu leisten im Stande sind und was sie uns allen mitzuteilen haben.

Übergabe 1. Preis an Camphill Schulgemeinschaften e.V., Projekt: Naturatelier Frickingen

Von der Idee zum Preis

Auf den Psychologen und Philosophen Paul Watzlawick geht das Bonmot zurück, man könne nicht „nicht“ kommunizieren. Wie wahr, denken Sie nur an beredtes Schweigen. Das Wesen des Bonmots liegt in der Überspitzung einer Situation um uns für neue Sichtweisen, für bislang nicht Gedachtes zu öffnen und hat deshalb auch immer ein provokantes Element. Was glauben Sie? Trifft diese These auch zu auf Menschen, die als geistig behindert kategorisiert sind und nicht oder nur unzulänglich über eine aktive Sprache verfügen?

Ausgehend von modernen Sprachentwicklungstheorien, von Noam Chomski bis Michael Tomasello, hat man heute einen völlig veränderten Blick auf die Kommunikationsstruktur von Menschen mit Assistenzbedarf. Nicht mehr Sprachverständnis und Lautsprachentwicklung stehen im Mittelpunkt des Miteinanders sondern das dialogische Prinzip, welches unmittelbar an die Spracherwerbsmodelle anknüpft die für alle Menschen gültig sind.

Hier hat die moderne Forschung die Basis für Forderungen der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung gelegt. So wurde bisher nicht gedacht und also auch nicht gefordert. Noch vor 30 Jahren herrschte die Meinung, dass ein Mensch der nicht spricht debil sei und nicht denken könne. Es wird also höchste Zeit alte Zöpfe abzuschneiden und uns auf einen neuen aufregenden Weg zu machen.

Bewerben Sie sich für den Stiftung Lauenstein-Preis

Wer: Es können sich bundesweit anthroposophische Einrichtungen, Schulen oder Vereine mit jedem Kommunikationsprojekt von, für und mit Menschen mit Assistenzbedarf bewerben.

Wie: Für die Preisvergabe kommen ausschließlich bereits bestehende Projekte bzw. laufende Maßnahmen in Betracht.
Diese sollen in einer Beschreibung von nicht mehr als zwei DIN A4-Seiten für die Jury dargestellt werden. Die möglichst anschauliche Beschreibung und insbesondere die Zuhilfenahme von Fotos bzw. Videos erleichtert es der Jury, sich ein treffendes Bild der Projekte zu machen. Zur Erleichterung der technischen Abwicklung kann die Einsendung der Bewerbungsunterlagen bitte nur auf elektronischem Wege erfolgen an: verwaltung@stiftung-Iauenstein.de (Für Fotos und Videos einen Link senden)

Die diesjährige Preisübergabe findet am 15. Juni 2018 im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung von Anthropoi Bundesverband und Selbsthilfe im Tennental, Deckenpfronn statt.

Das Preisgeld beträgt 3.000 € für den ersten Preis, 2.000 € für den zweiten Preis und für den dritten Preis 1.000 €.

Spendenkonto: Sparkasse Oberhessen
IBAN: DE03 5185 0079 0030 0123 99
BIC: HELADEF1FRI